LARS TEICHMANN

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press release


JUNE 22. - JULY 29, 2006


OPENING: Thursday, JUNE 22, 19 - 21h


Große, fast ausschweifende Formate, spannungsreich aufgeladene Form- und Farbverhältnisse, kraftvoll frecher Malgestus zeichnen die Malerei des jungen Künstlers Lars Teichmann aus. Und auch wenn uns diese Malerei stets im Ungewissen lässt, ob wir es mit abstrakt gegenstandsloser oder erkennbar figurativer Bildsprache zu tun haben, so evozieren diese Bilder doch immer Vertrautes, etwas, dass man glaubt schon mal gesehen zu haben, es zu kennen. Oft dienen Lars Teichmann Bildreproduktionen aus Kunstkatalogen, Internet oder Fernsehen als Ausgangspunkt für seine Arbeiten, ohne jedoch buchstäblich übernommen zu werden. Vielmehr lässt sich Lars Teichmann von den „Bildstörungen“ inspirieren, die reproduzierte Bilder auszeichnen. Die Minimierung eines farbprächtigen barocken Monumentalfreskos zum schwarzweißen Miniaturbild oder die pixelartige Struktur eines klassischen Gemäldes in digitaler Form sind solche „Bildstörungen“, die für Lars Teichmann ein enormes Potenzial an abstrakt malerischer Kraft besitzen und die er in seiner Malerei zu unerwartet kraftvollen Bildern transformiert.

Direkt an die Wand geheftet, mit zerzausten Rändern erzeugt schon allein die Leinwand als Bildträger eine eigenartig sinnliche Spannung. Darauf blitzen aus weitgehend schwarzen Bildflächen wie Erinnerungsmomente leuchtend weiße Sphären auf, geometrisch monochrome Flächen schweben daneben und emphatische Farbverwischungen wechseln mit lasierenden Schichten oder opaken Farbverdichtungen. In der Zusammensetzung dieser ungemein reichen Modulation der Maltechnik meint man zwischen Sinnlichkeit und Konkretion jenen „historischen“ Anstrich zu vernehmen, der die Quintessenz dieser Malerei zu bilden scheint.

Und weil es sich hier um ein weites Experimentierfeld handelt, das Lars Teichmann für sich entdeckt hat, kann er auch mit anderen überraschenden Bildfindungen aufwarten. Neuerdings interessiert ihn das menschliche Antlitz als individualisierter Typus religiöser Malerei. Wiederum nicht wortwörtlich – ein Madonnenbild mit Christkind oder eine Komposition Giottos bilden nur den Denkanstoß zu dem, was Lars Teichmann umtreibt. Nicht an der Geschichte der Malerei will sich der junge Künstler abarbeiten, sondern visuelle Sinnlichkeit in einer Zeit digitalisierter Bilderfluten in Malerei überführen, außerordentlich aktuell und erstaunlich faszinationsreich.